7-mal mittwochs: Impuls 3 - 19.03.2025

Und woran glaubst du?
Ja, woran glaube ich?
Seit wir diese Frage in den Mittelpunkt gestellt haben, schwirrt mir eine Liedzeile durch den Kopf,
eine eingängige kleine Melodie, nicht laut oder aufdringlich, doch hartnäckig:
"Ich glaube an die Liebe …"
Ich befrage das Internet und finde heraus, dass Udo Jürgens einen solchen Titel gesungen hat. Auch wenn er darin seinem festen Glauben an die Liebe, die "ganz alleine nur die Welt verändern kann", Ausdruck verleiht, so ist die Melodie meiner kleinen Liedzeile doch eine andere. Sie stammt aus einem Lied von Markus Pytlik: "Ich glaube an den Vater", ein Glaubensbekenntnis. Wie passend – in diesem Jahr, das das Konzil von Nicäa vor 1700 Jahren und das dort verfasste große Glaubensbekenntnis feiert.
Meine Liedzeile steht in der vierten Strophe: "Ich glaube an Gemeinschaft mit Gott als Fundament. Ich glaube an die Liebe, die einigt, was uns trennt." Und wieder kann ich sagen: Wie passend – dieses Mal zum Trierer Pilgergebet, das endet mit der Bitte "und führe zusammen, was getrennt ist."
Das ist, was unsere von Kriegen und Katastrophen zerrissene Welt so dringend braucht, auf den großen Bühnen der Politik wie auch in den kleinen stillen Kämmerlein.
Woran also glaube ich?
Eine kleine Liedzeile in meinem Kopf, eine eingängige kleine Melodie,
nicht laut oder aufdringlich, doch hartnäckig:
"Ich glaube an die Liebe …"
Ein so einfacher und gleichzeitig so großer Satz!
"Gott ist die Liebe", höre ich meinen Professor heute noch, "Gott ist Beziehung, braucht ein Ich und ein Du." Auch Adolph Kolping hat einige Worte dazu, wie dieses: "Weil der Mensch Gottes Ebenbild in sich trägt, liebt er; weil Gott die Liebe ist, findet der Mensch sein Ziel auch nur in Gott."
Und dieses: "Der Mensch, dieses merkwürdige Wesen aus Liebe, zur Liebe geschaffen, will – soll er irgendwie menschlich gedeihen – gerade bei seinem Ursprunge in der Liebe wie ein Fisch im Wasser leben."
Wie ein Fisch im Wasser … Was ist mein Element, in dem ich mich wohlfühle? In dem ich wachse und gedeihe? Mein Sternzeichen Zwilling gehört zu den Luftzeichen. Luft und Liebe – passt das zusammen und passt das zu mir? Luft zum Atmen; Luft und Freiraum, mich zu entwickeln, zu entfalten.
Und Liebe als Fundament, das mich trägt und mir Halt gibt. Ich habe das Glück, in einer liebevollen Familie aufgewachsen zu sein, ein solides Fundament. Also: leben in der Liebe wie ein Vogel, der sich in die Lüfte aufschwingt. Das passt.
Ja, woran also glaube ich?
Eine kleine Liedzeile in meinem Kopf, eine eingängige kleine Melodie,
nicht laut oder aufdringlich, doch hartnäckig:
"Ich glaube an die Liebe …"
Eine weitere Spur findet sich in meinem Autokennzeichen: PS 57.
Nein, keine Pferdestärken, sondern Psalm 57. Darin besingt David, wie er sich auf der Flucht vor Feinden an Gott wendet, wie er Beistand und Hilfe von Ihm erfährt und welche Zuversicht David für sein Leben daraus zieht. Von Unheil erzählt David und von Löwen, die gierig auf Menschen sind, mit Zähnen wie Spieße und Pfeile. Und er ruft zu Gott, beschwört seine Herrlichkeit, dass sie sich vom Himmel über die Erde ausbreite.
In Vers 9 heißt es dann: Wach auf, meine Herrlichkeit! / Wacht auf, Harfe und Leier! Ich will das Morgenrot wecken. Was für ein schönes Bild: Nach der schwarzen Nacht spürt David die Kraft und Zuversicht in sich, um das Morgenrot zu wecken. Nicht einfach Tageslicht, sondern das Morgenrot, eine farbenfrohe Zukunft singt er herbei. Ein Stückchen davon wünsche ich mir und der Menschheit heute für die vielen persönlichen und globalen Herausforderungen und Krisen. Um dann mit David gemeinsam Gott zu lobpreisen: Denn deine Liebe reicht, so weit der Himmel ist, deine Treue, so weit die Wolken ziehn. (Vers 11)
Diese kleine Liedzeile in meinem Kopf, eine eingängige kleine Melodie,
nicht laut oder aufdringlich, doch hartnäckig:
"Ich glaube an die Liebe …"
Ja, daran will ich glauben!
Martina Wagner, Bildungsreferentin