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7-mal mittwochs: Impuls 1 - 05.03.2025

Die Impulse des Diözesanfachausschusses Glaube und Kirche zur Fastenzeit, die bis Ostern jeden Mittwoch an dieser Stelle erscheinen, stehen unter dem Leitwort "Und woran glaubst du?" Es ist angelehnt an das Motto der diesjährigen Heilig-Rock-Tage in Trier und an die Wortrevue am 10. Mai, eine Veranstaltung von Kolpingwerk und Kolpingjugend im DV Trier unter der gleichen Überschrift.
Eine rote und eine blaue Rosenkranz-Kette liegen spiralförmig auf einer Holzunterlage.
Datum:
5. März 2025
Von:
Josef Pfaffenheuser, Kolpingsfamilie Vallendar

"Ich befinde mich in absoluter Sicherheit!"

"Ich befinde mich in absoluter Sicherheit!" – Dieser Satz stammt von dem Philosophen Peter Wust (1884-1940), der eng mit dem Bistum Trier verbunden war. Er stammte aus Rissenthal, einem kleinen Ort bei Losheim am See, und sein Lebensweg führte ihn immer wieder in unser Bistum zurück, so z. B. zum Besuch des Gymnasiums und in seiner Tätigkeit als Lehrer in Trier.

"Ich befinde mich in absoluter Sicherheit!" – ein Satz, der mehr ist als eine bloße Überzeugung. Es ist ein Vermächtnis. Wust hinterließ diese Worte, als er durch Oberkieferkrebs bereits schwer gezeichnet war, dem Tod geweiht. Doch trotz seiner existenziellen Not bekannte er sich zu dieser tiefen Gewissheit. Wie ist solch ein Bekenntnis möglich – im Angesicht des Todes? Es ist ein Ausdruck des Glaubens, der über das Sichtbare hinausreicht. Ein Glaube, der Halt gibt, wenn alle menschliche Sicherheit schwindet.

Gerade in unserer Zeit wirkt dieser Satz wie ein Leuchtfeuer. Wenn wir auf die Welt blicken, sehen wir Krisen und Unsicherheiten: Klimawandel, politische Radikalisierung, Kriege, Autokraten wie Putin und Trump, deren Machtspiele Millionen Menschen in Unsicherheit stürzen. Es fällt schwer, Hoffnung zu bewahren, wenn sich die Schatten der Welt verdichten. Doch Wusts Worte rufen uns zu: Es gibt eine tiefere Sicherheit, die kein politisches System, keine Katastrophe und kein menschliches Versagen zerstören kann.

Der Aschermittwoch, an dem dieser Impuls erscheint, erinnert uns an unsere Vergänglichkeit: "Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehrst." Doch diese Erinnerung ist keine Drohung. Sie ist eine Einladung, unser Vertrauen auf das zu setzen, was bleibt, wenn alles Irdische vergeht. Hoffnung, die aus dem Glauben wächst, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Wusts Bekenntnis zur "absoluten Sicherheit" verweist auf diese Hoffnung – auf eine Geborgenheit in Gott, die auch im Sterben trägt.

Auch Adolph Kolping ruft uns zur Hoffnung auf, wenn er sagt: "Wer Mut zeigt, macht Mut." Mut zum Glauben, Mut zur Hoffnung, Mut zur Liebe – auch und gerade in unsicheren Zeiten. Kolping und Wust eint der Glaube daran, dass aus Hoffnung Kraft wächst. Kraft, die Welt mitzugestalten, anstatt sich von den Widrigkeiten entmutigen zu lassen.

Und woran glaubst du? Ist es nicht dieser Glaube – an das Gute, an Gott, an das Leben –, der uns die Hoffnung bewahren lässt? Der uns trotz allem zuversichtlich in die Zukunft blicken lässt? Der uns befähigt, das Vertrauen in eine „absolute Sicherheit“ zu fassen, die uns nichts und niemand nehmen kann?

Vielleicht liegt genau darin die Botschaft des Aschermittwochs: im Bewusstsein unserer Vergänglichkeit das Unvergängliche zu erahnen. Und mit diesem Vertrauen unseren Weg zu gehen – mit Mut, Hoffnung und einem Glauben, der trägt.

"Ich befinde mich in absoluter Sicherheit!" – Möge dieser Satz auch uns zur Quelle der Zuversicht werden. Gerade jetzt.

 

PS: Ich schreibe diese Zeilen am Tag der Bundestagswahl noch vor 18:00 Uhr. Wer weiß, ob ich sie nach Verkündung des Wahlergebnisses noch genauso hätte schreiben können.