Wir sind froh, dass wir fünf Frauen aus dem Kolpingwerk Bolivien vom 11. April bis zum 02. Mai 2024 hier bei uns begrüßen durften.
Lest davon in unserem Reisetagebuch!
Wir sind froh, dass wir fünf Frauen aus dem Kolpingwerk Bolivien vom 11. April bis zum 02. Mai 2024 hier bei uns begrüßen durften.
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Unsere bolivianischen Freundinnen machen sich auf den langen Weg zu uns nach Deutschland und starten ihre gemeinsame Reise in Santa Cruz am Flughafen.
Am Mittag sind unsere Freundinnen aus Bolivien in Frankfurt wohlbehalten gelandet. KOLPING verbindet weltweit und so war die Begrüßung herzlich und geprägt von der Vorfreude auf die gemeinsame Zeit in Deutschland. Nachdem die Unterkunft in Urmitz bezogen und erkundet wurde, gab es einen kleinen Empfang im Pfarrheim Urmitz. Unser Diözesanvorsitzender Bernd Geisen und der ehemalige Diözesanpräses und Pfarrer von Urmitz, Thomas Gerber, begrüßten die Delegation vom Kolpingwerk Bolivien. Und dann stellte die Planungs-AG das vielfältige Programm vor, das durch unseren Diözesanverband führt mit vielen Begegnungen mit Kolpingschwestern und -brüdern. Auch kulinarisch tauschen wir uns aus mit Spezialitäten aus verschiedenen Bundesländern und bolivianischen Rezepten.
Wir freuen uns auf die kommenden Tage!
Am Vormittag hat die Gruppe gemeinsam Brot gebacken: leckeres Sauerteigbrot und Bärlauchstangen. Dabei trugen die Gastgeberinnen die Kochtracht des Kolpingwerks Bolivien, ein Geschenk unserer Gäste. Anschließend ging es zur einem Spaziergang in die nähere Umgebung. Beginnend an der Kapelle "Am guten Mann" wanderte die Gruppe bis zum "Örmser Ring", einer Freizeitanlage mit Picknicktischen. Dort wurde das frisch gebackene Brot mit weiteren Spezialitäten verkostet. Die Kalorien trainierten die Frauen an den Spiel- und Fitnessgeräten wieder ab und hatten sichtlich Spaß dabei.
Am Abend hat die Kolpingsfamilie Urmitz zu einem Bayerischen Abend eingeladen. Einige haben Kleidung getragen, die typisch für das Bundesland ist. Es gab Informationen zum Bundesland und bayerische Speisen und Getränke. In Gesprächen tauschten sich die Kolpingmitglieder aus Urmitz und Bolivien über ihre Arbeit und Aktivitäten aus.
Ein schmackhafter Tag!
Heute Vormittag führte ein Ausflug ins Kannebäckerland zu einem Workshop im Keramikmuseum Höhr-Grenzhausen. Nach einer kleine Führung mit Informationen zum Tonabbau und der Verarbeitung legten die Frauen selbst Hand an. Mit großer Konzentration fertigten sie kleine Schalen für Seife, Schmuck oder andere Dinge. Diese werden nun noch gebrannt und dann zum Ende der Reise als Andenken überreicht. Es blieb noch etwas Zeit, die Exponate im Museum anzusehen.
Am frühen Nachmittag folgte die Gruppe der Einladung der Kolpingsfamilie St. Mauritius Kärlich. Bei wunderbarem Sonnenschein war eine kleine Tafel im Pfarrgarten aufgebaut. Hier gab es eine regionale Spezialität: "Döbbekooche", ein Topfgericht aus Kartoffeln, mit Apfelmus. Mit einer Präsentation und Fotos stellten die Gäste aus Bolivien ihr Kolpingwerk und ihre Arbeit vor, und der Vorstand aus Kärlich berichtete von den Aktivitäten der Kolpingsfamilie.
Der Tag klang in der Unterkunft mit einem kühlen Getränk aus.
Auf den Spuren Adolph Kolpings - Das ist eine gute Überschrift für die kommenden zwei Tage. Heute haben wir mit dem Kolping-Geburtshaus in Kerpen begonnen. Dort haben wir am Mittag das Museum besucht und einen kleinen Film über das Leben Adolph Kolpings und die Zeit, in der er lebte, gesehen. Anschließend haben wir die Ausstellung angesehen und im Hof vor der restaurierten Wand ein Gruppenfoto gemacht. So sah das Haus zu Lebzeiten Kolpings aus. Vielen Dank an Frau Friedrichs, die nicht nur den Film auf Spanisch zeigte, sondern auch kleine Heftchen mit Übersetzungen der Infotafeln in der Ausstellung für unsere Freundinnen aus Bolivien hatte.
Anschließend ging es mit Bus und Bahn wieder zurück nach Köln, wo wir erstmal Kaffee getrunken haben. Dazu gab's Waffeln in Form des Kölner Doms. Nach einem kleinen Spaziergang haben wir in einem typischen kölschen Brauhaus gespeist. Sigrid Stapel von KOLPING INTERNATIONAL ist dort dazugekommen, um uns zu begrüßen.
Heute Morgen ging es schon ganz früh los. Um acht Uhr waren wir in eine Erzbischöfliche Grundschule in einem Kölner Stadtteil eingeladen. Die Kinder der ersten und zweiten Jahrgangsstufe hatten sich schon auf unser Kommen vorbereitet und viele Fragen notiert. Im Morgenkreis konnten wir alle beantworten. Zwei Kinder haben unsere Worte für ihre Mitschüler übersetzt. Anschließend haben wir in zwei Workshops gemeinsam Bilder von Tieren und Pflanzen aus Bolivien gestaltet. Als Erinnerung an unseren Besuch haben wir ein Murmelspiel, das die Kinder in Bolivien gerne spielen, und eine Andenziege überreicht. Zum Abschied hat uns ein Mädchen bis zum Tor begleitet.
Auf dem Weg in die Altstadt haben wir den Ausblick vom Cologne View/KölnTriangle auf Köln mit dem weltberühmten Dom genossen. Auf der Hohenzollernbrücke mit den vielen Schlössern von Liebespaaren kam uns Larissa Josewic von KOLPING INTERNATIONAL entgegen, um uns Hallo zu sagen und ein Erinnerungsfoto zu machen.
Am Dom warteten Klaus und Sabine Terlau auf uns, die uns auf den Spuren Adolph Kolpings an einige Wirkungsstätten Kolpings führten: zur Stelle, wo Kolping als Schuster arbeitete, wo der Kölner Gesellenverein gegründet wurde, wo das erste Gesellenhaus der Stadt stand und in die Kirche, wo Adolph Kolping betete um Antwort und Klarheit, ob er Schuster bleiben oder Priester werden sollte. Die Führung endete in der Minoritenkirche am Grab des seligen Adolph Kolping.
Das waren zwei ereignisreiche Tage mit einigen Wetterkapriolen - Sturm und Unwetter (April, April macht, was er will) sorgten für ein vorzeitiges Ende der Bahnfahrt. Danke an unsere Fahrer, die uns abgeholt und sicher nach Hause gebracht haben.
Am Vormittag ging's zu einem Biobauernhof, den Heimbacher Hof in Neuwied. Der Landwirt erzählte uns von seiner Arbeit und den Aufgaben und heutigen Herausforderungen der Landwirtschaft, während er uns über seinen Hof führte, wo einige Tiere uns begrüßten. Für den anschließenden Mittagsimbiss haben wir einige gesunde Leckereien im Hofladen erstanden.
Der Garten der Schmetterlinge im Fürstenschloss Bendorf Sayn stand am Nachmittag auf unserem Programm. In den Glaspavillons mit tropischen Pflanzen konnte uns der andauernde Regen nichts anhaben. Während der Führung erfuhren wir viel über die verschiedenen Schmetterlingsarten und ihren Lebenszyklus vom Ei über Raupe und Puppe bis zum Schmetterling. Im Schloss wurden unsere bolivianischen Freundinnen zu Prinzessinnen, die Robe steht ihnen gut, oder?
Am Abend waren wir bei der Kolpingsfamilie Vallendar zum gemeinsamen Kochen eingeladen. Wir haben Phisara de Quinua zubereitet. Nach dem Essen gab es Gelegenheit, mehr über die Arbeit des Kolpingwerks Bolivien zu erfahren. Berichte und Bilder stießen auf großes Interesse und einige Nachfragen. Da war die Zeit schnell vergessen und am Ende war es ein langer Tag.
Der heutige Tag führte uns ins Moseltal. Mit dem Zug fuhren wir am Morgen nach Cochem. Nach einem kleinen Spaziergang am Moselufer und durch die Altstadt wartete eine Führung in der historischen Senfmühle auf uns. Die Mühle von 1810 produziert im Kaltmahlverfahren Senf nach historischen Rezepten. Die Vorführung des Mahlvorgangs mit den großen Basaltmühlsteinen trieb uns die Tränen in die Augen. Gegen die Senföle half dann nur ein heftiges Augenzwinkern.
Am Mittag wartete die Wappen von Cochem, in Ausflugsschiff, auf uns. Auf der kleinen Rundfahrt begleitete uns Pfarrer Jaster, der einige Jahre in Bolivien gelebt und als Priester gearbeitet hat.
Danach ging es mit dem Shuttlebus zur Reichsburg. Dort konnten wir den herrlichen Blick auf das Moseltal genießen - und dafür kam tatsächlich die Sonne kurz hinter den Regenwolken hervor. Die Führung durch die Räume gab Einblicke in die Geschichte und das Burgleben und auch einige bemerkenswerte Kunstgegenstände.
Am Abend luden Gisela und Karl mit einem Heringsgericht zu einem kulinarischen Abstecher an die Küsten Mecklenburg-Vorpommerns ein.
Am Morgen bereiteten unsere bolivianischen Freundinnen das Frühstück für uns: Api Morado und Empanadas mit Käsefüllung. Ein köstlicher, bolivianischer Einstieg in den Tag! Muchas gracias, amigas!
Die für den Vormittag geplante Klimawanderung fiel buchstäblich ins Wasser, denn Regen und Kälte machten den Tag ungemütlich. Alternativ erkundeten wir verschiedene Geschäfte in der nahem Umgebung. Am Nachmittag wurden wir in der Kita Paukenzwerge in Mülheim-Kärlich erwartet. Diese integrative Kindertageseinrichtung wurde 2018 eröffnet. Bei der Führung durch die beiden Bereiche für unter und über dreijährige Kinder konnten wir mehr über das pädagogische Konzept erfahren und uns mit einer Erzieherin und einer Mutter, die auch für uns übersetzte, austauschen.
Am Abend entführten Martina und Michael uns kulinarisch nach Thüringen mit original Rostbratwürstchen aus diesem Bundesland und einem typischen Mohnkuchen. So sind wir heute vom Frühstück bis zum Abendessen von Bolivien in den Osten Deutschlands gereist.
Heute ging es mit dem Zug wieder früh los in Richtung Saarland. Unterwegs ist ausreichend Zeit fürs mitgebrachte Frühstück.
In Saarbrücken nahm uns eine Delegation der Kolpingsfamilie Alt-Saarbrücken in Empfang und brachte uns durch die Stadt zum Schloss. Von hier hatten wir einen guten Ausblick über das Stadtzentrum und hier konnten wir den Festsaal ansehen sowie den Schauraum, der ahnen lässt, wie das Schloss in früheren Jahrhunderten aussah. Im Stadtteilcafé "Schniss" konnten wir mehr über die soziale Arbeit des Stadtteilbüros und das Mittagstischangebot erfahren. Nach einer wärmenden Suppe und einem kurzen Austausch fuhren wir in Pfarrheim St. Jakobus, wie Mitglieder der Kolpingsfamilie einige Spiele und eine Kaffeetafel aufgebaut hatten. Spielerisch kamen wir miteinander ins Gespräch.
Es blieb nur noch kurz Zeit, um die Jakobus-Kirche anzusehen, bevor wir zur nächsten Station im Saarland aufbrachen: nach Völklingen. Hier trafen wir Pfarrer Michael Meyer, der acht Jahre im Rahmen der Partnerschaftsarbeit in Bolivien lebte und arbeitete. In der Pfarrkirche St. Eligius feierten wir eine Messe auf Spanisch, anschließend lud Padre Miguel uns zum Abendessen ein.
Am späteren Abend brachen wir wieder auf in Richtung Trier, um dort das Wochenende zu verbringen.
Am Morgen besuchten wir die Kolpingjugend in Illingen bei ihrem Projekt zur KolpingHelden Aktion des Diözesanverbands: Kaffee- und Kuchenverkauf für einen guten Zweck. Vor dem Supermarkt kam es zum Treffen der Maskottchen "Erna meets Oskar". Zum Mittagsessen ging's zurück in die Domstadt zu einem echt Trierer Mittagessen mit Flieten, Fritten und Viez.
Am Nachmittag empfing uns Weihbischof Robert Brahm, der auch Kolpingbruder ist. Wir tauschten uns aus zur Arbeit des Kolpingwerks Bolivien und der Pastoral im Bistum Trier sowie über Erfahrungen bei Begegnungen in Bolivien. Im Rahmen der Heilig-Rock-Tage feierten wir das Pontifikalamt mit Bischof Stephan Ackermann mit, das als internationale Messe von den muttersprachlichen Gemeinden gestaltet wurde. Den Tag beendeten wir mit regionalen und saisonalen Spezialitäten: Vesperplatte, Spargel mit Kartoffeln, zerlassener Butter und Sauce Hollandaise.
Am Vormittag machten wir einen Abstecher nach Luxemburg zur Muttergottesoktave. Wir besuchten die Kathedrale und haben das Pilgerzeit kennengelernt. Dort begegneten wir Kardinal Jean-Claude Hollerich. Den Abschluss unseres Ausflugs bildete das Mittagessen.
Zurück in Trier trafen wir Christine und Gerard Karrenbauer von der Kolpingsfamilie Besseringen. Gemeinsam haben wir bei einer Stadtführung die Sehenswürdigkeiten entdeckt. Ein kurzer Abstecher führte uns zum Karl-Marx-Haus, wo wir über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Anliegen von Karl Marx und Adolph Kolping sprachen. Auch in Trier besuchten wir das Pilgerzelt der Heilig-Rock-Tage und besuchten abends die Vesper. Hier trafen wir Ottmar Dillenburg, den ehemaligen Generalpräses von Kolping International. Zum Abendessen kehrten wir in einer Trierer Weinstube ein.
Nachdem wir das Kolpinghaus Warsberger Hof während des Wochenendes schon kennengelernt haben, besuchten wir am Morgen das Kolpingdiözesanbüro und hatten Gelegenheit mit Mitarbeitenden zu sprechen. Den restlichen Vormittag nutzen wir zu einem gemeinsamen Stadtbummel in Trier und fuhren anschließend weiter nach Saarburg.
Zum Mittagessen in der alten Glockengießerei, die heute ein Museum und Mehrgenerationenhaus beherbergt, hatten wir eine Stadtführung durch das historische Saarburg. Am späten Nachmittag kamen wir im Pfarrheim Beurig zur Begegnung mit der Kolpingsfamilie Saarburg-Beurig zusammen. Hier berichteten unsere bolivianischen Gäste von ihrer Arbeit und auch von den Überschwemmungen, die im letzten Jahr und in diesem März viel Schaden in mehreren Regionen Boliviens angerichtet haben.
Nach einem ereignisreichen Wochenende ging es am Abend zurück an den Rhein in die Unterkunft in Urmitz.
Heute Vormittag waren wir auf den Spuren der Römer unterwegs. Diese haben vor rund 2000 Jahren im Bergwerk in Kretz Vulkangestein abgebaut. Die Technik zur Römerzeit und bis ins Mittelalter wird in dem Museum gezeigt und man kann auch selbst Hand anlegen und ausprobieren.
Am Mittag ging's weiter nach Saffig zu den Barmherzigen Brüdern, die uns nach dem Mittagessen ihre Einrichtungen vorstellten. Sie gehen auf das Wirken des Seligen Peter Friedhofen zurück, der mit Adolph Kolping im Austausch stand. Unsere Gruppe konnte das Kunstatelier, die Psychische Klinik und das neue, inklusiv geführte Gästehaus im Schlosspark kennenlernen. In Gesprächen mit Mitarbeitenden wurde das Konzept und der Umgang mit den Patienten deutlich.
Am Abend nahmen wir am Gemeindegottesdienst in Plaidt teil und wurden mit spanischen Gesängen und der bolivianischen Hymne zum Auszug überrascht. Anschließend waren wir bei der Kolpingsfamilie Plaidt zum Abendessen, das kulinarisch nach Berlin führte, und Austausch eingeladen. Gegenseitig berichtete man von der Kolpingarbeit in Plaidt und in Bolivien.
Heute Vormittag ging es schon früh zum Berufsbildungswerk des Heinrich-Hauses nach Neuwied Heimbach-Weis. Hier bestand die Möglichkeit, sich über die Ausbildung von jungen Menschen mit Beeinträchtigungen zu informieren und in den Unterricht hineinzuschnuppern. Gemeinsam mit Schüler*innen haben unsere Gäste aus Bolivien zwei bolivianische Gerichte gekocht. Nach dem Essen zeigte eine Führung durch die Werkstätten, wie vielfältig die Palette an Ausbildungsberufen ist.
Später am Nachmittag besuchten wir die ehemalige Prämonstratenser-Abtei Rommersdorf, auch hier haben wir bei einer Führung die Geschichte des Ortes kennen gelernt. Abends waren wir bei der Kolpingsfamilie Engers zum rheinischen Buffet mit Austausch eingeladen. Diese Stärkung tat uns nach einem geführten Rundgang durch den Stadtteil und das Schloss sehr gut.
Heute stand eine Exkursion ins Ahrtal auf dem Programm. Am Bahnhof in Ahrweiler warteten bereits Mitglieder der dortigen Kolpingsfamilie auf uns, um uns zur Führung in der Dokumentationsstätte Regierungsbunker zu begleiten. Hier konnten wir hinter die Kulissen der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland blicken. Das kleine Stück des Regierungsbunker, das besichtigt werden kann, lässt nur erahnen, wie das Arbeiten und Leben in der riesigen Anlage damals wohl war.
Anschließend führte der Weg durch die Weinberge zur Flutkapelle oberhalb des Ortsteils Walporzheim. Von hier hatten wir einen guten Ausblick ins Tal und auf die immer noch vorhandenen Spuren der Flutkatastrophe vor drei Jahren. Nach einer Stärkung und einem Austausch mit der Kolpingsfamilie Ahrweiler endete der Tag mit einem kleinen Rundgang durch die Altstadt von Ahrweiler.
Heute verbrachten wir den Tag in Koblenz. Auf dem Weg vom Bahnhof zum Kolping-Gebietsbüro passierte die Gruppe die ersten Stationen der Stadtführung in der Altstadt. Vorbei an den vier Türmen, der Liebfrauen- und Florinskirche führte der Weg bis zum Deutschen Eck, wo die Flüsse Rhein und Mosel zusammenfließen. In der Kastorkirche sammelte sich die Gruppe zu einem kleinen Gebet, bevor der Rundgang weiterging zur Historiensäule und zum Rathaus mit dem speienden Schängelbrunnen.
Nach dem Mittagessen besuchten wir das "Frauenzimmer", einem Ort, wo Frauen sich treffen zum Nähen und zu Gesprächen. Jutta Lehnert erklärte bei Kaffee und Kuchen die Geschichte des Frauenzimmers und zeigte, was kreativ neu genäht und upgecycelt wird. Auf dem Weg zum Abendessen in einer Weinstube am Rheinufer gab es die restlichen Stationen der Stadtführung am Weindorf und am Schloss und in den Rheinanlagen.
Am Vormittag ging es mit dem Zug durch das Welterbe Mittelrheintal in den Rheingau. In Rüdesheim nahmen wir die Gondel zum Niederwalddenkmal. Ausgerüstet mit Lunchbox genossen wir dort oben bei Sonnenschein den Imbiss mit herrlichem Ausblick auf das Rheintal. Natürlich schauten wir uns auch die Altstadt von Rüdesheim an.
Mit Fähre und Zug ging es weiter nach Oberwesel, wo die Kolpingsfamilie uns im Vikariegarten der Liebfrauenkirche schon erwartete. Bei der Kirchenführung stiegen wir bis in den Dachstuhl hinauf. Hoch hinaus ging es dann auch zum Besuch der Schönburg, die oberhalb von Oberwesel auf eine bewegte Geschichte zurückblickt. Unter anderem war hier von 1951-2016 die internationale Jugendburg Kolpinghaus auf Schönburg untergebracht. Auch den Gesundheitscampus konnten wir uns ansehen, hier fand Ende 2022 ein digitaler Austausch mit dem Kolping-Hospital in El Alto, Bolivien statt. Den Abschluss fand dieser Tag bei einem Glas Wein am Pop Up-Weinstand am Rheinufer.
Heute wurde die Georgskirmes in Urmitz gefeiert mit Prozession und Festgottesdienst am Morgen und einem Festumzug am Nachmittag. Aber der Reihe nach: Urmitz hat sich herausgeputzt mit bunten Fähnchen in den Straßen. Die Kirmes dort hat eine besondere Tradition. Die Junggesellen tragen in einer Prozession die Statue des heiligen Georg durch die Straßen und in die Kirche zurück. Im Kirmesgottesdienst wurden wir als Ehrengäste begrüßt und unsere bolivianischen Gäste hatten Gelegenheit, sich vorzustellen. Nach einem Frühschoppen haben wir gemeinsam Käse-Spätzle gekocht und gegessen und für später noch Kuchen gebacken.
Mit dem Kolpingbanner haben wir uns nach dem Mittagessen dem Festumzug der Vereine durch Urmitz angeschlossen. Zwei Musikkapellen haben den Umzug begleitet. Bei Kaffee und Kuchen konnten wir und stärken für den Besuch auf dem Kirmesplatz. Dort haben wir uns an verschiedenen Fahrgeschäften und Buden amüsiert und unser Glück probiert.
Heute Vormittag haben wir viel über die Erdgeschichte gelernt. Die Exkursion zum Kaltwassergeysir in Andernach stand auf unserem Programm. Zunächst hatten wir eine Führung im Geysir-Museum und konnten an einigen Stellen selbst Hand anlegen und ausprobieren. Dann ging's mit dem Schiff zum Naturschutzgebiet am Ufer des Rheins, wo der höchste Kaltwassergeysir der Welt uns mit seiner Kraft beeindruckte.
Nachmittags hatte unsere Gruppe eine Führung durch die "Essbare Stadt" Andernach. Nicht nur historisch kann Andernach auf eine lange Geschichte bis in die Römerzeit zurückblicken, seit 2010 werden in den öffentlichen Grünflächen Nutzpflanzen angepflanzt. Gemüse und Obst werden der Bevölkerung nähergebracht und können geerntet werden.
Zu Kaffee, Kuchen und Austausch hatte im Anschluss die Kolpingsfamilie eingeladen. Interessiert hörten die Andernacher Kolpingfreunde den Berichten über die Arbeit von Kolping in Bolivien zu.
Auf dem Programm stand heute eine Exkursion nach Mainz, der Landeshauptstadt von Rheinland-Pfalz. Mit dem Zug und der Straßenbahn erreichten wir unser erstes Ziel, die Kirche St. Stephan mit den einzigartigen Fenstern von Marc Chagall. Über Kirche, Fenster und Kreuzgang erfuhren wir bei einer Führung einige sehr interessante Fakten. Zurück in der Altstadt besuchten wir den Wochenmarkt und haben dort den Mittagsimbiss eingenommen. Anschließend haben wir den Mainzer Dom besichtigt und sind durch die Altstadt zum historischen Viertel Kirschgarten mit seinen Fachwerkhäusern aus dem Mittelalter spaziert.
Am Abend folgten wir der Einladung von Georg, der Geburtstag hatte, und Elke, die gemeinsam ein pfälzisches Gericht zubereitet hatten: Saumagen mit Sauerkraut und Kartoffelpüree. Ein schöner Tag fand einen geselligen Ausklang.
Früh am Morgen machten wir uns auf den Weg nach Maria Laach, wo wir am Konventamt der Benediktiner teilgenommen haben. Anschließend gesellte sich der Referent der Kolpingjugend in der Diözese Trier zu uns. Pater Petrus begrüßte uns und nahm sich die Zeit, uns durch die Kirche, in die beeindruckende, historische Bibliothek und über den Gästebereich des Klosters bis zur Nikolauskapelle zu führen. Dabei erzählte er uns vom Kloster, seinen Gebäuden und Betrieben. Einige Produkte konnten wir in der Gärtnerei sehen. Nach dem Mittagsimbiss spazierten wir bei schönem Sonnenschein zum Laacher See.
Zurück in Urmitz haben die Bolivianerinnen für alle gekocht: ein Abschiedsessen, das Lust auf eine Reise nach Bolivien machen sollte. Den letzten Abend nutzten wir zur Reflexion der vergangenen drei Wochen. Fragen wie "Was war gut? Was kann bei einem nächsten Reiseprojekt besser gemacht werden? Was fällt auf beim Vergleich der Lebenswelten in Deutschland und Bolivien?" wurden besprochen und beantwortet. Was uns eint, ist Kolping. "Wir sind alle eine Familie durch Kolping." Das spürten wir von Anfang an in der gegenseitigen Herzlichkeit und Offenheit bei allen Begegnungen.
Heute ging's ans Kofferpacken. Passt alles hinein? Und es hieß Abschiednehmen, von der Unterkunft in Urmitz und den beiden Gastgeberfamilien, von Begleiter*innen der vergangenen Wochen und von Deutschland mit dem Reisesegen des ehemaligen Diözesanpräses Thomas Gerber. Die Sonne strahlte wie am Tag der Ankunft, nur mit mehr Kraft, und hinterließ nach einigen kalten und regnerischen Apriltagen zuvor einen letzten guten Eindruck.
Dann ging es zum Flughafen in Frankfurt, ein letztes Foto, ein Gruß aus dem Flugzeug. Die vergangenen gemeinsamen Tage werden in unseren Herzen bleiben.
Nachricht aus Bolivien: Alle sind wohlbehalten wieder zuhause bei ihren Familien angekommen, "sehr glücklich und dankbar für die Reise ... bitte dankt allen, die sich für diese Reise eingesetzt und sie ermöglicht haben."
J. Carlos Mattos M. (Geschäftsführer von Kolping Bolivien)