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Alles begann mit einer Idee:20 Jahre Seniorenwerkstatt Mendig

Vor 20 Jahren gaben Vertreter der Stadt und der Kolpingsfamilie Mendig den offiziellen Startschuss für die bundesweit erste Seniorenwerkstatt in dieser Konstellation.
Werkstücke aus Holz gefertigt werden auf einer Werkbank präsentiert, an der Wand dahinter hängen Regale mit Werkzeugen.
Datum:
28. Okt. 2024
Von:
Martina Wagner

Alles begann mit einer Idee. Als Wolfgang Kütscher, Gerd Montermann und Günter Friedrich von der Kolpingsfamilie sich die ersten Gedanken über die Gründung einer Seniorenwerkstatt machten, war schnell klar, dass sie die Stadt Mendig als Partner mit ins Boot holen wollten. Mit der Werkstatt, dem Know-how und Engagement der Rentner und Senioren sollten Projekte umgesetzt werden, die sonst nicht oder nur schwer möglich gewesen wären. Der damalige Stadtbürgermeister Achim Dienstberg war schnell zu begeistern für die Idee und ein Platz im Bauhof wurde gefunden. Zwei Räume – eine Werkstatt mit verschiedensten Werkzeugen und ein Nebenraum fürs gesellige Zusammenkommen – wurden mit Hilfe vieler Spenden eingerichtet. So trafen sich 2003 die ersten zehn Senioren unter Leitung von Gerd Montermann, um Werkbänke, Schränke und Werkzeuge instand zu setzen, zu überarbeiten oder zu bauen und die Werkstatteinrichtung damit zu komplettieren. Beim Tag der offenen Tür am 12. August 2004 wurde die Seniorenwerkstatt Mendig eingesegnet durch den damaligen Pfarrer Manfred Plunien. In diesem feierlichen Rahmen unterzeichneten Vertreter der Stadt und der Kolpingsfamilie einen Vertrag und gaben damit den offiziellen Startschuss für die bundesweit erste Seniorenwerkstatt in dieser Konstellation.

In 20 Jahren haben die Mendiger Senioren vieles bewirkt und die Vereine und Einrichtungen in ihrer Stadt unterstützt. Sie bauten Requisiten für die Theatergruppe der Kolpingsfamilie, Pinnwände für die Frauengemeinschaft, Klappern und Ratschen für die Messdiener und dekorierten Wägen für den Karnevalsumzug. Sie setzten das Tor am Judenfriedhof sowie Bänke im öffentlichen Raum der Stadt instand, reparierten Spielzeuge und Möbel in Kindergärten. Sie bastelten auch Drachen mit den Kita-Kindern und fertigten allerlei schöne Dinge zum Verkauf beim Weihnachtsmarkt für die Kolpingsfamilie und die KaMäJu (Katholische Mädchenjugend) Mendig. Auch der Pfarrgarten wurde mit einem Grill und einer Holzhütte aufgewertet. Seit ein paar Jahren reparieren die Senioren Fahrräder für das "Kaffee Kunterbunt", eine Initiative für Bedürftige und Flüchtlinge. Ein einzigartiges Projekt war die Erstellung eines Modells für die Museumslay, das das Leben und Arbeiten im 18. Jahrhundert auf dem Grubengelände, in der Brauerei und den Basaltlavakellern zeigt, für die Mendig bekannt ist. Es ist heut im Museum Lavadom zu bewundern und wurde 2007 auch beim bundesweiten Kolpingevent "egat" vorgestellt.

Neben all den handwerklichen Arbeiten spielt in der Seniorenwerkstatt von Anfang an die Geselligkeit eine wichtige Rolle, ganz im Sinne von Adolph Kolping. So ist das Oktoberfest seit vielen Jahren ein fester Bestandteil der Gruppe. In diesem Jahr bot es den festlichen Rahmen für das Jubiläum "20 Jahre Seniorenwerkstatt Mendig". In die Räume des Albertinums, einer vom Ehepaar Maria und Heinz Lempertz eingerichteten Stätte für Begegnung und Zeitgeschichte (hier kann man viele Gegenstände aus den vergangenen Jahrzehnten bewundern), kamen am 26. September 2024 viele Senioren, die Frauen von bereits verstorbenen Aktiven sowie Freunde und Vertreter aus der Lokalpolitik zusammen. Nach einer deftigen Mahlzeit gab es eine kleine Feierstunde. Wolfgang Kütscher, der 2021 die Leitung der Seniorenwerkstatt von Gerd Montermann übernahm, hielt einen Rückblick auf die letzten zwei Jahrzehnte: "Als ich den Vorschlag machte, eine Seniorenwerkstatt zu gründen, hat man über meine Idee gelächelt. Wer konnte auch ahnen, dass die engagierten Senioren einmal so erfolgreich sein würden." Die Bürgermeister der Stadt, Achim Grün, und der Verbandsgemeinde, Jörg Lempertz, dankten den Aktiven für ihr langjähriges Engagement und bestätigten die Zusammenarbeit auch für die Zukunft. Achim Dienstberg, der ehemalige Bürgermeister, erinnerte sich an die Anfänge und an die gelebte Gemeinschaft in der Seniorenwerkstatt: "Hier sind Freundschaften fürs Leben entstanden."

Für die nächsten 20 Jahre wünschen sich die Aktiven in der Seniorenwerkstatt weitere kreative Köpfe und Hände, die bei diesem tollen Projekt für das Gemeinwohl in ihrer Stadt mitmachen.

Weitere Fotos von der Seniorenwerkstatt Mendig

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